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Montag, 5. Januar 2015

Forward Guidance für das Jahr 2015



Uns steht ein glanzvolles Börsenjahr bevor, so sagt man!
Begünstigt durch die Koordinaten 4 und 5 sollen sich außerordentliche Chancen entwickeln.....         .... historisch gesehen. Jahre, die mit einer Fünf in ihrer Jahreszahl enden, sollen außergewöhnlich gute Erträge bringen, und Vorwahljahre, die sich im Abstand von vieren wiederholen, sind ebenso zu besonderen  Kurszuwächsen auserkoren.
Jetzt könnten wir uns entspannt zurücklehnen, würden auch noch Großmutters Erspartes vom Niedrigzinskonto nehmen, solide Titel kaufen und der Dinge harren, die von alleine laufen.


Nehmen wir an, die Prognose ist richtig. Dax könnte dann  in zwei Schüben, einem schnellen bis 10.684/ 10.805 und einem  holperigen bis 11.191 oder bis 11.308 Punkten laufen. Alternativ hielte ich auch 11.308 und 12.351  charttechnisch für möglich. Im Verlauf des vergangenen Jahres, immer mal wieder durch die Hoffnung auf einen Ausbruchs nach oben begünstigt, konnte ich Ihnen das verschiedentlich zeigen.
Leider liegen Prognosen öfter daneben, weil sie eine Reihe von Grundbedingungen als erfüllt ansehen.

Auch Herr Draghi weiß, angesichts der Lage im Euroraum, dass seine Forward Guidances nichts nützen, wenn die Grundbedingungen nicht zusammenpassen. Daher veröffentlichte er nun einen Aufsatz, in dem er seine Forward Guidance auf den politischen Raum ausdehnte. Was ich "Gesundheit und Wohlbefinden" nenne, bezeichnet er als "Stabilität und Wohlstand" und meint damit nicht Sie persönlich, liebe Leser, sondern das Gefüge innerhalb der Währungsunion. Die wirtschaftliche Konvergenz der Länder, so schreibt er, ".......... kann schliesslich nicht nur ein Beitrittskriterium für die Währungsunion sein oder eine Bedingung, die zeitweise erfüllt ist. Sie muss eine Bedingung sein, die stets erfüllt ist. Deshalb müssen wir – um die Währungsunion zu vollenden – letztlich die politische Union weiter vertiefen und ihre Rechte und Pflichten in einer neuen institutionellen Ordnung verankern."Wohlstand und Stabilität in der Währungsunion )
Anders gesagt: Tiefer gehende Veränderungen sind zu erwarten, die sich vielleicht erst durchsetzen lassen, wenn eine echte Krise dazu zwingt. Manches spricht dafür, dass wir geradewegs darauf zusteuern. Ein Wunder wäre geschehen, wenn die Aktienmärkte ungeschoren davon kämen.

Zunächst ist die Börsenwelt noch wie sie war. Dax hält sich in einer Seitwärtsphase zwischen den zwei roten Linien, die ich Anfang des vergangenen Jahres dem Chart beifügte. Fällt Dax unter 9.350 wird es kritisch, kommt er über 9.960 wird es hoffnungsvoll. Um die Hoffnung zu bestätigen muss Dax aber 10.170 Punkte und die Gelbe Linie, die heute bei 10.126 notiert, nachhaltig überwinden. Gegenwärtig kündet die fallende 20-Tagelinie an, dass Dax sich seitwärts bewegen, vielleicht das Gap mit 9.568 /9535 Punkten schließen möchte. Das würde vermutlich ein Großes Kaufsignal und den positiven Überschnitt der 50- mit der 200-Tagelinie kurzfristig verhindern. Die Berichtsaison ab 12. Januar wird einiges offenbaren.

Das Ärgste wäre, aus meiner Sicht, ein weiter quälender Seitwärtsverlauf über Wochen, der im März mit einem Fehlversuch nach oben endete, weil die Furcht vor einem schlechten Quartalsverlauf alles unterbinden würde. Dann gäbe es kein neues Hoch im April und Mai, aber ab Mitte Mai eine erste stärkere Verkaufswelle. Auch die Oktobererholung fiele mager aus und das Ende wäre ein negatives Jahr: 7.207/ 7.086 Punkte gar. Ich hatte den Chart im Verlauf des vergangenen Jahres schon einmal so betrachtet. Es ist wie es war.

Dax konnte bislang nicht die Gefahr einer möglichen Topvollendung aus dem Weg räumen. Eine Topbildung bei Bund und Bond steht noch aus.






Genauso fehlt eine Bodenbildung bei Euro.
Fällt die europäische Währung unter 1,18, könnte der Pari-Kurs zu Dollar das Ziel werden.








........ und  Öl? Der Bereich um 46 USD könnte bei WTI  interessant werden.
Der tiefste Punkt der Krise sollte ein Kauf sein.....aber wo liegt der?







Rubel ist noch unentschieden, sollte aber doch nicht mehr unter 15 Kopeken im Verhältnis zum Dollar fallen.














Shanghai ist nicht zu bremsen.
Die Veränderungen des Börsenhandels auf dem chinesischen Festland können noch weitreichende Folgen haben.







Der allgemeine Zustand der amerikanischen Börsen ist positiv.

Einzeln betrachtet ergibt sich ein anderes Bild, das mehr dem Sentiment Panic /Euphoria entgegenkommt. Allerdings lässt sich auch hier, der vielen Feiertage wegen, erst in der kommenden Woche mehr ablesen.











Aufmerksamkeitslinie:

Dax schloss am ersten Handelstag des neuen Jahres um 22.00 Uhr mit 9.756 Punkten im Abwärtsmodus.
Meine Aufmerksamkeitslinie befindet sich zum Wochenauftakt bei 9.825 Punkten. Um sie zu erreichen, müsste Dax den Widerstandsbereich an der 9.777er Barriere, dann den stärkeren an der Schwarzen Linie bei 9.798 Punkten überwinden. Dort könnte am Montag auch die fallende 20-Tagelinie notieren.

Ich erwarte für den ersten Handelstag der Woche eine leicht negativer Tendenz, so dass ich nicht enttäuscht wäre, wenn Dax die Aufmerksamkeitslinie nicht erreicht und folglich auch nicht die 9.884er Marke, was notwendig wäre, wollte er unmittelbar die obere rote Linie bei 9.960 fokussieren.
Es liegt nahe anzunehmen, dass zunächst das untere Gap bei 9.568 Punkten oder an der 200-Tagelinie bei 9.552  geschlossen wird. Normale Umstände vorausgesetzt, sollte Dax in den kommenden Tagen nicht unter 9.450 fallen, sondern eher den Aufwärtsweg suchen und ein großes Kaufsignal durch Überschnitt der 50- mit der 200-Tagelinie generieren. Sein Weg zu höheren Kursen, auch um das Gap bei 10.015 Punkten zu schließen, würde erst wieder frei, wenn er die 20-Tagelinie zu einer Umkehr bewegen könnte. Sobald ich das erkennen kann, bin ich bullish dabei!


Gesundheit und Wohlbefinden


PS: Hern Draghis Aufsatz fand ich durch Gil Paz' tolle Vorarbeiten, die er jeden Sonntag  auf seiner Seite pipsologie veröffentlicht. Unterschiedliche Themengebiete werden hier recherchiert.  Es lohnt sich immer, in den aufgeführten Artikeln zu stöbern.